Momo, Sex-Retargeting & Achselhöhlenwerbung – Digi-Snack Weird Version

 In Digi-Snacks

Moooiin!

Da denkt man, man bringt ein bisschen schönes Wetter aus dem Urlaub mit und dann ist das undankbare Pack hier nur am nörgeln, dass es zu heiß ist. Kannst es niemandem recht machen. Herzlich willkommen beim Digi-Snack mit dem bisher mit Abstand abgefahrensten Titel – mal schauen, wie sich das auf die Viewzahlen auswirkt. Sex sells und so. Und Achselhöhlen sind eh der Shit. Wo wir irgendwie wieder beim Wetter wären. Diese Woche schwitzen in der Bahn mit defekter Klimaanlage: Ein gruseliger WhatsApp-Geist, ein äußerst verwerfliches Geschäftsmodell und… Nunja… Achselhöhlenwerbung. Ach ja – Instagram ist auch mal wieder mit dabei, passt aber oben nicht in diesen wunderschönen Titel.

 

10% aller Instagram-Profile sind FAAAAAKE!

Starten wir mit dem normalsten Thema: Es ist ja kein Geheimnis, dass in Social Media fleißig Reichweiten und Follower gekauft werden, teilweise mit unlauteren Mitteln Profile gepusht werden, um Unternehmen mit Fake-Reichweite ihr eh schon knappes Social Media Budget („Och, wir machen lieber Plakate!“) aus der Tasche zu ziehen. Die Insta-Junkies unter euch müssen jetzt aber trotzdem sehr stark sein, denn offensichtlich handelt es sich bei rund 10% aller Profile um Bots und Co. Positiver Effekt: Agenturen und Unternehmen gucken nicht mehr nur und ausschließlich auf die Follower, sondern vielmehr auf die Qualität von Beiträgen und Interaktionen in den Kommentaren. Micro-Influencer rücken mehr in den Vordergrund. Wenn die jetzt das neue große Ding werden, freue ich mich schon auf die Meldung, dass der Durchschnitts-Influencer jetzt 15 Insta-Profile hat, um nicht zu viele Follower anzuziehen. 😉

 

Kettenbrief reloaded: Wie eine Gruselpuppe auf WhatsApp viral geht

Ich hab sie schon vermisst. Lange wurde mir nicht mehr gedroht, dass Nachts an meinem Bett ein totes Mädchen mit langem Messer stehen würde, wenn ich nicht SOFORT 10 Leuten schreiben würde, dass ich sie lieb habe. Nächtelang hab ich gewartet. Kekse und Milch hingestellt. Romantische Musik angemacht. Extra noch mal durchgelüftet. Aber es kam: Niemand. Jetzt gibt es zum Glück „Momo“. Und ich will ja hier jetzt nicht mit Bodyshaming anfangen, aber Momos Erscheinungsbild ist tatsächlich der Stoff, aus dem Alpträume gemacht sind. Es kursieren drei Nummern von Momo, die sich fleißig verbreiten und ihren Ursprung möglicherweise in Japan haben. Einmal gespeichert, kann man mit Momo Kontakt aufnehmen und sich von liebreizenden Sprachnachrichten sowie Nachrichten wie „Ich bin gestorben“ seine tägliche Gänsehaut abholen. Und so ein absurder Quatsch wird dann populär. Das Internet ist ein komischer Ort.

 

Retargeting für verzweifelte Ehemänner

Aus der Kategorie „Kannste dir nich‘ ausdenken“ haben wir heute folgendes Fundstück: Eine „Firma“ namens „The Spinner“ bietet für schlappe 29 Dollar sexuell frustrierten Ehemännern einen ganz besonderen Service. Über einen Link, den die vermeintlich widerspenstige Ehefrau anklicken muss, wird auf ihrem Smartphone ein Cookie installiert, der ihr in den kommenden drei Monaten über Retargeting „relevante Artikel“ wie „7 Tricks, wie ihr Mann sie ewig lieben wird“ oder „5 Gründe, warum sie jetzt Sex initiieren sollten“ anzeigt. Diese Artikel sollen Sie unterbewusst dazu triggern, mal wieder die alte Barry White Playlist im Schlafzimmer anzumachen. Mal davon abgesehen, dass 29 Euro für 180 versprochene Impressions ein Witz sind und sicherlich nicht den gewünschten Effekt haben, bewegen wir uns hier auch ethisch in der digitalen Kanalisation. Liebe Männer: Kauft doch einfach für 29 Euro ’nen Straus Blumen oder bewerft eure Angebetete mit Schokolade oder geht mal wieder ins Fitnessstudio. Nach zwei bis drei Jahren glaubt euch das eh keiner mehr mit „Massephase“ – kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Aber pumpt der Frau, die seit Jahren eure Fußnägel in der Badewanne wegmachen muss doch bitte nicht so einen Schund-Cookie auf’s Handy. Echt jetzt… Ach, hier übrigens das Video zum „Produkt“.

 

Bitte, bitte lasst das ein Ding werden: Werbung in Achselhöhlen

Ich weiß nicht, ob es an mir liegt, oder ob die News insgesamt einfach abgefahren waren, aber das find ich ja jetzt mal richtig stark. Diese neue Werbefläche wurde – Überraschung! – in Japan entdeckt und offenbar sind Experten der Überzeugung, dass sie mit rund 75€ zwar noch etwas teuer ist, aber durchaus Potenzial besitzt. Ich bin skeptisch und erinnere mich an viele sommerliche Bahnfahrten, wo man spießrutenmäßig versucht, nicht in die Nähe von irgendwelchen Achselhöhlen zu kommen. Die Japaner scheinen damit kein allzugroßes Problem zu haben und entwickelten kurzerhand Sticker für die entsprechende Körperregion. Praktisch: Viele Leute brauchen die Dinger vorher gar nicht erst anfeuchten… Warum das Ganze? Hier schlagen wir den Bogen zum DIGI-Snack: Die neue Werbeform soll nämlich der stärker werdenden Banner-Blindheit entgegenwirken. Ein Phänomen, was tatsächlich vermutlich die meisten von euch kennen – oder wann habt ihr das letzte mal ein online-Banner wirklich aktiv wahrgenommen? Also, eine absurde Idee zur Bekämpfung eines reellen Problems. Ganz witzig eigentlich, aber den Sprung nach Europa sehe ich hier nicht so richtig.

 

+++BONUSRUNDE+++

John Oliver hat mal wieder zugeschlagen! Mein persönlicher Lieblingsbrite hat sich in seiner Late Night Show mal Facebook zur Brust genommen und einen Gegenentwurf zur aktuellen Facebook-Kampagne entwickelt. Ab Minute 2:20 wird es großartig. 🙂


Und da wären wir auch schon wieder am Ende! Gebt euren Ventilatoren und Klimaanlagen beim Rausgehen einen kleinen Schmatzer und freut euch auf morgen – man munkelt, das Wetter wird wieder ganz gut!

 

Bildquelle: http://himecoto.jp/wakinoad/

 

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